Der eine hält fest, was der andere loslässt

21 12 2009

In diesem Jahr waren wir als Familie ganz schön gefordert, manchmal auch überfordert. Wie soll man etwas begegnen, das wir nicht fassen können? Dass unsichtbar ist und sich doch so explosiv zeigt. Das Narben hinterlässt, die mehr als einmal wieder aufgeschnitten werden mussten. Das mehr Menschen kennen, als man sich selber eingehen will. Das so viele Leben kostet. Wie oft kann man dem Sensenmann entrinnen, ihm von der Schippe springen? Und sich trotzdem fragen, was für einen Sinn hat das Leben?

Der eine hält fest, was der andere loslässt, weil er sich von seinen inneren Qualen endlich befreien will. Ein Jahr, dass uns enger zusammen geschweißt und doch mehr denn je voneinander entfernt hat. Ein Jahr voller Gegensätze.

Ein Jahr, in dem ich viel erlebt habe: Aufkeimende Liebe, die Zweifeln zum Opfer fiel, ein erster Urlaub allein, den Menschen fast verloren, der mir das Leben geschenkt hat. So manches ist zerbrochen, dass nicht mehr zu kitten ist.

Und doch bleibt die große Sehnsucht nach Glück, Gesundheit, Freundschaft, Liebe, Gesundheit, Spaß, Freude und einer unbändigen Lust am Leben.





Unaufhaltsam

13 10 2009

Die Welt dreht sich und dreht sich immer weiter. Unaufhaltsam und im gleichen Takt. Auch meine Welt dreht sich weiter, weiter und weiter. Was als Experiment angefangen hat, ist heute ein ausgewachsener Twitteraccount. Mir folgt ein ganzes Twitterdorf, regelmäßige Replies und ab und zu DMs (ich muss immer noch über die Abkürzung schmunzeln, muss ich doch dabei an die gute alte D-Mark denken).

Wohin mich Twitter führen wird ist noch ein großes Geheimnis, auf dessen Spur ich mich aufmache. Aber es steckt soviel Überraschungspotenzial in diesem Kanal. Also: stay tuned





no more casual

4 10 2009

Casual hier, casual da. Das Leben ist ganz schön casual geworden. Aber damit ist Schluss, zumindest in meinem. Meine Geduld hat ein Ende. Mein Fell war und ist durchaus ziemlich dick und ich bin extrem leidensfähig, aber mir reißt die Hutschnur.

Die Angebote des anderen Geschlechts, die sich langsam stapeln lassen, sind haarsträubend.  Und alles unter dem wunderbaren Deckmäntelchen „casual“.

Neudeutsch heißt die offizielle Bezeichnung für dererlei Angebote „Casual Date“. Sprich ein unverbindliches Treffen und bei Gefallen gerne auch inklusive Gelegenheitssex. Beiläufig, gelegentlich, informell, lässig, locker, salopp, zufällig, zwanglos, sind hierfür die richtigen Stichwörter. Unverbindlicher Spaß einschließlich einer netten Zeit. Easy eben, ohne Ansprüche, Verpflichtungen oder Gefühle.

Gerne wird man als Singlefrau Mitte Dreißig mit solchen Angeboten überschüttet, vorzugsweise von verheirateten (!) Männern. Zu Hause wird dabei der brave gar unterwürfige Ehemann gemimt. Meist dazu noch in einer äußerst selbstgefälligen Art, aber kaum lässt man die Herren im Internet alleine, sind sie die geilsten und tollsten Liebhaber, die es angeblich zu Hause nicht mehr ordentlich besorgt bekommen. Davon haben die noch selbstgefälligeren Ehefrauen natürlich keine Ahnung, sind sie doch mit anderen Dingen beschäftigt.

Aber besten Dank! Single sein bedeutet nicht, Freiwild zu sein. Ich habe einen Geist – einen sehr wachen sogar, ein Herz und eine Seele. Und ich will, dass jemand mein Herz und meine Seele berührt. Mit weniger, meine lieben Herren, gebe ich mich nicht mehr zufrieden.





Schnaken II

4 10 2009
Weberknechte

Schnaken beim Schnaxeln - 04. Oktober 2009





Schnaken

3 10 2009
Vereint - 03. Oktober 2009

Vereint - 03. Oktober 2009

Zwölf Beine in trauter Zweisamkeit auf Beton.





Zwischen Talent und Taten

3 10 2009

Jeder Mensch hat in irgendeinem Bereich Talent. Manche können wunderbare Bücher schreiben, andere die besten Kuchen backen und wieder andere großartige Filme machen. In ihrem Talent sind sie gut – die besten vielleicht sogar. Sie werden umjubelt, gefeiert und mit Auszeichnungen für ihr Talent geehrt. Aber jeder von ihnen ist auch Mensch. Fehlbar, mit Schwächen. Und sie alle sind Teil der Weltgesellschaft. Für sie gelten die gleichen Rechte und Pflichten in sensiblen Gerüsten aus Gesetzen, Regeln und Werten, die ein vermeintlich friedliches Leben als Gemeinschaft erst möglich machen.

Durch ihre Populariät tragen sie vielleicht noch mehr Verantwortung. Sind Vorbilder für andere. Aber nicht unfehlbar. Die Flucht zu ergreifen, statt zu den eigenen Taten zu stehen, ist ihre Schwäche. Aber irgendwann holt auch sie die Vergangenheit ein. Und dann sollen Gerichte entscheiden, ob und wie hoch das Strafmaß ist. Mit ihrem eigenen Gewissen mussten sie schon lange leben. Und das wiegt manchmal weitaus schwerer, als so manche Strafe.





Ich kann nicht

1 10 2009

Ich kann nicht
im Schwarm fliegen
mit Gleichgültigem
die Zeit besiegen
Unpersönliches
hinnehmen
mit Masken
mich lähmen
nach Pfeifen
tänzeln
um hohe Tiere
schwänzeln
an Gewöhnliches
mich verschenken
die Tode
nicht bedenken
vor Trauer keine Träne
vergießen
und die Augen
verschließen
ich kann nicht

(Ruth Döbereiner)





Ein Problem

18 09 2009

Ich habe ein Problem – ist es doch vielmehr ein Ganzkörperproblem. Es fing schon an, bevor ich auf die Welt kam. Meine Mutter nahm ab, statt zu und übergab sich permanent, kaum dass sie mit mir schwanger war. Frisch auf der Welt wollte man mir eine schwache Bauchdecke andrehen, was den positiven Nebeneffekt hatte, dass ich schon im Kindergartenalter schwimmen konnte. Mit zwei Jahren wollte ich auch zu der großen Frau mit den vielen Kindern, aber ich war zu klein und zu jung. Im Alter von fünf Jahren wiederholte sich das Problem, nur hieß es dann Schule. Ich war zwar groß genug, aber leider mit 5 zu jung und die Tante, die das hätte ändern können, die fand ich zu doof. Irgendwann dazwischen stellten meine Eltern fest, dass ihre kleine Tochter mit Naturlocken gesegnet sein würde. Mit 7 musste ich einen Hörtest machen, weil ich immer mit schiefer Kopfhaltung TV sah. Mit neun dichtete mir meine Schwester eine Knollnase an. Mit 13 überragte ich endlich meine große Schwester und kaum in der Pubertät hatte ich auch den größeren Busen [Tschaka]. Das Brüste Männer irgendwie toll finden, hab ich dann mit 15 erfahren und von passender Kleidung auf Zelte gewechselt.

Im Lauf der Jahre kamen dann noch weitere Probleme hinzu: ein zu hoher Rist, zu dünne Waden, die eine oder andere selbstbeigebrachte Narbe, seehundartige Lachflashs und Hochdeutsch.

Aber in Summe fühle ich mich prächtig, auch wenn ich immer noch Locken habe, beim Fernsehschauen den Kopf schief halte oder lustig vor mich hin kichere.





Naschechse

30 08 2009
türkisfarbene Echse - 29. August 2009 (Croatia)

türkisfarbene Echse - 29. August 2009 (Croatia)

Süsse Kirschen, am liebsten aus Nachbarsgarten, auch für kleine Echsen ein Schmaus.





Die Pulsuhr

21 08 2009

Jetzt ist es passiert. Meine Pulsuhr, die mich in guten wie in schlechten Traingstagen, mal aufmunternd mal warnend, bei jedenweden Wetterverhältnissen, begleitet hatte, hat nun – und das hatte sich schon einige Tage davor angekündigt – ihre letzte Anzeige ausgehaucht. Einfach so, ohne mich zu fragen. Ohne basis-demoktatische Entscheidung, vollkommen autak.

Der Versuch die Batterie wechseln zu lassen scheiterte.

3 Jahre lang waren wir beste Freund und die größten Feinde. Und jetzt wird’s wieder Zeit für eine neue Pulsuhr. Ich brauch dieses kleine Ding, das mir sagt, wo ich gerade stehe, also vielmehr schlage, weil durch pures in mich hineinhören ich nie rausfinde werde, wann mein Pulsschlag die optimale Herzfrequenz erreicht. Beste Sauerstoffzufur und damit höhere und längere Leistungsfähigkeit ade.

Es ist also mal wieder an der Zeit sich schlau zu machen, welche Pulsuhr für mich optimal geeignet ist. Das breite Angebot lässt hoffen, pseudoinformierte Verkäufer einen eher erschrecken. Und nicht zu vergessen, die besonders gut informierten Testleser, die immer ein günstiges Schnäppchen im Internet machen…

 








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